Der Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) gehört derzeit zu den weniger beliebten Ausbildungswegen, obwohl er vielfältige Aufstiegs- und Spezialisierungsmöglichkeiten bietet. Umso wichtiger ist ein strukturiertes Ausbildungskonzept, das Auszubildenden Orientierung gibt, Kompetenzen gezielt aufbaut und ein Arbeitsumfeld schafft, das Perspektiven und Wertschätzung vermittelt. Ein solches Konzept steigert nicht nur die Qualität der Ausbildung, sondern fördert auch die Bindung an das Team und an die Praxis. Wer während der Ausbildung positive Erfahrungen sammelt, entwickelt früh Motivation, Zuverlässigkeit und Loyalität — wichtige Grundlagen für eine langfristige Zusammenarbeit.
Die Gewinnung von Auszubildenden ist anspruchsvoller geworden. Die Zahl der Interessierten ist begrenzt, gleichzeitig können sich viele Bewerbende zwischen verschiedenen Ausbildungsangeboten entscheiden. Da zukünftige Auszubildende die Vorteile eines bestimmten Ausbildungsbetriebs häufig noch nicht einschätzen können, spielt die Praxis im Wettbewerb zu Beginn kaum eine sichtbare Rolle.
Ein mögliches Mittel, um sich dennoch positiv hervorzuheben, ist eine Anhebung der Ausbildungspauschale über die von den Kammern empfohlenen Beträge hinaus. Aktuell werden folgende Pauschalen empfohlen:
- Ausbildungsjahr: 1.000 €
- Ausbildungsjahr: 1.100 €
- Ausbildungsjahr: 1.200 €
Eine moderate Anhebung stellt oft nur einen überschaubaren finanziellen Mehraufwand dar, kann aber ein entscheidender Faktor für die Wahl des Ausbildungsbetriebs sein. Eine mögliche, angepasste Staffelung kann wie folgt aussehen:
- Ausbildungsjahr: 1.200 €
- Ausbildungsjahr: 1.320 €
- Ausbildungsjahr: 1.440 €
Viele Auszubildende entwickeln bereits im zweiten, spätestens im dritten Ausbildungsjahr sehr gute praktische Fähigkeiten und übernehmen Aufgaben, die einer vollwertigen ZFA-Stelle entsprechen. Eine höhere Vergütung ist somit nicht nur ein Anreiz, sondern auch eine realistische Anerkennung der wachsenden Kompetenzen.
Ist die Entscheidung für eine Praxis gefallen, beginnt ein zentraler Teil der Ausbildung: die fachliche und persönliche Begleitung. Ein strukturiertes Ausbildungskonzept trägt maßgeblich dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu reduzieren und Motivation zu fördern. Das gesamte Team sollte über die Bedeutung einer wertschätzenden Ausbildung informiert sein und diese aktiv unterstützen. Ausbildung ist ein gemeinsamer Wissens- und Erfahrungstransfer, an dem alle Teammitglieder beteiligt sind.
Ein effektiver Ansatz ist die Entwicklung eines individuellen Ausbildungsprogramms, das gemeinsam mit dem Team erarbeitet wird. Ein sinnvoller Aufbau kann über sogenannte Ausbildungsstationen erfolgen. Jede Station vermittelt definierte Inhalte, die erst nach einer erfolgreichen internen „Zwischenprüfung“ abgeschlossen werden können.
Die verantwortliche Person der Station übernimmt dabei sowohl die Wissensvermittlung als auch die abschließende Bewertung. Dies schafft Klarheit, Verantwortung und ein gemeinsames Ziel.
In der Station „Patientenaufnahme“ kann das Praxispersonal an der Rezeption die Ausbildung übernehmen. Mögliche Lerninhalte sind:
- telefonische Patientenbetreuung nach einheitlichen Praxisvorgaben
- Begrüßung mit definierten Kommunikationsstandards
- Einlesen der Versichertenkarte
- Durchführung der Aufnahme (Anamnese, Recall, Datenschutz, Abrechnung, Factoring)
- Neuanlage von Patienten in der Praxisverwaltungssoftware
- Weitergabe relevanter Informationen an die Behandlungsassistenz
- Rechnungserstellung, z. B. bei PZR
- Austragen und Weiterleiten von Rechnungen
Für die jeweilige Station wird ein realistisches Zeitfenster festgelegt, das in den gesamten Ausbildungsplan eingebettet ist. Am Ende erfolgt eine kurze Zwischenprüfung – bestehend aus einem schriftlichen Test (ca. 20 Fragen) sowie einer mündlichen Prüfung anhand eines Test-Patients.
Die verantwortliche Person entscheidet anhand der Ergebnisse, ob der Übergang zur nächsten Station sinnvoll ist. Gleichzeitig übernimmt diese Person Verantwortung für den weiteren Lernfortschritt in diesem Bereich, was die Qualität des Wissenstransfers langfristig stärkt.