Moderne Praxen setzen zunehmend auf zusätzliche Benefits, die den Arbeitsalltag erleichtern, Wertschätzung ausdrücken und die Zufriedenheit im Team fördern. Neben fairen Gehältern und guten Arbeitsbedingungen spielen ergänzende Leistungen eine wichtige Rolle, um Fachkräfte langfristig zu binden und ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen.
Der folgende Überblick zeigt, welche zusätzlichen Angebote Praxen häufig bereitstellen und wie diese im Arbeitsalltag unterstützen können.
Eine moderne Praxis legt Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild. Dazu gehören nicht nur abgestimmte Farben, Schriften und ein professionelles Praxisdesign, sondern auch einheitliche Praxiskleidung. Dies umfasst idealerweise Oberteile, Hosen und geeignete Schuhe in einem gepflegten Zustand.
Für die Reinigung von Praxiskleidung gelten besondere Hygieneauflagen. Sie darf nicht mit privater Wäsche vermischt werden und erfordert spezielles Waschmittel. Daher wird die Praxiswäsche in vielen Einrichtungen direkt vor Ort oder über externe Anbieter gereinigt. Eine effiziente Lösung ist die zentrale Bereitstellung von gewaschener und gebügelter Kleidung in allen benötigten Größen. Über ein Schranksystem kann das Team morgens frische Kleidung entnehmen und diese nach der Schicht zur Reinigung ablegen. Das sorgt für Hygiene, einheitliches Auftreten und eine deutliche Entlastung im Alltag.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt viele Fachkräfte vor große Herausforderungen. Besonders Alleinerziehende sind häufig auf organisatorische und finanzielle Unterstützung angewiesen.
Praxen können hier entlasten, indem sie Kindergarten- oder Betreuungskosten übernehmen. Voraussetzung ist, dass entsprechende Belege eingereicht werden. Die Kosten dürfen steuer- und sozialabgabenfrei erstattet werden, sofern sie tatsächlich angefallen sind und zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden.
In vielen Bundesländern sind Kindergartenplätze ab dem dritten Lebensjahr kostenfrei. Daher entstehen in der Regel nur in den ersten beiden Kita-Jahren relevante Kosten.
Gemeinsame Mahlzeiten stärken das Miteinander und bieten eine entspannte Möglichkeit zum Austausch im Team. Praxen können hierfür:
- regelmäßige Mittagessen bereitstellen
- eine Person beschäftigen, die für das Team kocht
- gesundes Essen bestellen
- gemeinsames Kochen als Teambuilding integrieren
Wichtig ist, dass für das Kochen oder die Vorbereitung ausreichende Zeiträume im Arbeitsplan berücksichtigt werden – selbstverständlich als Arbeitszeit.
Der Arbeitsweg ist ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit im Berufsalltag. Besonders in städtischen Regionen ohne ausreichende Parkmöglichkeiten spielt Mobilität eine große Rolle.
Die Bereitstellung eines Praxisfahrzeugs ist für viele Praxen ein hoher Kostenfaktor. Leasingverträge laufen oft länger als Beschäftigungsverhältnisse, wodurch Risiken entstehen. Für Fachkräfte entstehen steuerliche Belastungen, wenn das Fahrzeug privat genutzt wird:
- 1 % des Brutto-Listenpreises pro Monat
- bei Hybrid- oder Elektroautos reduzierte Regelung auf 0,25 %
Alternativ kann ein Fahrtenbuch geführt werden, sodass nur die privaten Kilometer versteuert werden.
Ähnlich wie der Praxis-PKW, jedoch deutlich kostengünstiger für die Praxis und oft mit geringerem Risiko verbunden.
Diensträder, E-Bikes oder S-Pedelecs können steuer- und sozialabgabenfrei zur Verfügung gestellt werden – für Fahrten zur Praxis und privat. Typische Modelle:
- Leasing über 36 Monate
- Nutzung über Gehaltsumwandlung
- günstige Kaufoption zum Restwert
- Privatnutzung wird mit 0,25 % des Listenpreises versteuert (bei E-Bikes)
Das Laden eines E-Bikes in der Praxis ist steuerfrei.
Praxen können öffentliche Verkehrstickets steuerfrei bezuschussen, sofern diese zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden. Diese Tickets können auch privat genutzt werden und erleichtern oft den täglichen Arbeitsweg.
Fachkräfte können Fahrtkostenzuschüsse für den Weg zwischen Wohnort und Praxis erhalten. Diese Zuschüsse:
- müssen zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden
- gelten für den kürzesten Weg
- sind für Fachkräfte steuerfrei
- werden für die Praxis pauschal versteuert
- sind bis 4.500 € pro Jahr pauschal möglich
Die Pendlerpauschale entfällt bei der Nutzung von Fahrtkostenzuschüssen. Auch Fachkräfte in Minijobs können profitieren.
In städtischen Gebieten sind Parkplätze selten. Praxen können Dauerstellplätze im Umkreis anmieten und diese dem Team zur Verfügung stellen. Das schafft spürbare Entlastung und verkürzt Arbeitswege.
Ein Praxis-Handy, Laptop oder PC kann zur Verfügung gestellt und privat genutzt werden. Die Geräte bleiben Eigentum der Praxis, die Überlassung ist jedoch steuer- und sozialabgabenfrei. Dies ermöglicht eine professionelle Kommunikation und bietet gleichzeitig einen attraktiven Zusatznutzen.
Krankheitsbedingte Ausfälle kommen in jedem Team vor. Gleichzeitig gibt es Fachkräfte, die trotz Belastungen zuverlässig Mehrarbeit leisten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ein Gesundheitsbonus kann Motivation erhöhen, indem geringe Fehlzeiten belohnt werden. Beispiele:
- Bonus bei weniger als 10 Fehltagen pro Jahr
- bei Fachkräften mit Kindern z. B. Grenze bei 15 oder 20 Tagen
- eine Prämie nach Vertragsabschluss
- eine zweite Prämie nach bestandener Probezeit
- fördern professionelle Kommunikation
- stärken die Identifikation
- erleichtern den Kontakt für Patientinnen und Patienten
- werten die Rolle im Team sichtbar auf
Der Bonus sollte transparent, fair und nachvollziehbar gestaltet sein.
Mitarbeiter werben Mitarbeiter
Zufriedene Fachkräfte empfehlen die eigene Praxis häufig weiter. Viele haben Kontakte aus früheren Arbeitsstellen, Fortbildungen oder Ausbildungszeiten. Empfehlungsprogramme können dies unterstützen, etwa durch:
Solche Programme stärken Bindung und erleichtern die Personalsuche.
Visitenkarten und E-Mail-Anschriften
Fachkräfte repräsentieren die Praxis nach außen. Ist das Team stolz auf die eigene Arbeitsstelle, wirkt sich dies positiv auf die Außenwirkung aus.
Eigene Visitenkarten oder E-Mail-Adressen:
Vorab sollten Zuständigkeiten und Kommunikationsrichtlinien festgelegt werden.